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Buchvorstellung

Wie wurde aus einer Londoner Handelsgesellschaft der Herrscher über große Teile Indiens?

William Dalrymple: Anarchie — Der verhängnisvolle Aufstieg der East India Company. 1600–1874
Aus dem Englischen von Cornelius Hartz · Verlag C.H.Beck · 20. März 2026

William Dalrymple erzählt, wie die East India Company vom Handelsunternehmen zur Macht auf dem Subkontinent wurde. Wir nehmen das Buch zum Anlass, einzelne Stationen dieser Geschichte mit eigenen Quellen aufzuschlüsseln — als Lernkarten mit Fragen und Belegen.

Warum wir gerade heute nochmal nachlesen sollten und …

Warum hatte eine private Firma zeitweise eine größere Armee als der britische Staat – und kann das wieder passieren?

Der Staat erscheint oft als nachträglicher Korrektor oder als die Lösung, die man früher hätte einsetzen müssen. Stimmt das – oder war er in entscheidenden Fällen der Ermöglicher?

In der aktuellen Debatte über Kapitalismuskritik, Postkolonialismus und ein wachsendes westliches Schuldgefühl wird privates Unternehmertum gerne als die eigentliche Ursache kolonialer Gewalt dargestellt. Der Staat erscheint dabei oft als nachträglicher Korrektor oder als die Lösung, die man früher hätte einsetzen müssen.

Die Geschichte der East India Company widerspricht diesem Bild in einem entscheidenden Punkt – und sie ist kein isoliertes historisches Phänomen.

Am 31. Dezember 1600 verlieh Königin Elizabeth I. einer Gruppe Londoner Kaufleute um Thomas Smythe ein weitreichendes Handelsmonopol für den gesamten Raum östlich des Kaps der Guten Hoffnung. Das war kein reines Privileg für Händler – es war ein staatlicher Akt. Die Krone sicherte der Company den Ausschluss inländischer Konkurrenz, erlaubte die Bündelung von Kapital (anfangs rund 70.000 Pfund) und schuf die rechtlichen Voraussetzungen dafür, dass eine einzelne Organisation langfristig und bewaffnet operieren konnte. Spätere Charters (besonders 1661) erweiterten diese Rechte bis hin zu semi-souveränen Befugnissen: Armeen aufstellen, Krieg führen, Territorien verwalten.

Die Company war privat. Aber ohne die staatliche Monopolstellung und die schrittweise Übertragung politischer und militärischer Rechte wäre das Ausmaß dessen, was folgte, kaum möglich gewesen. Eine einzelne Londoner Aktiengesellschaft baute eine Armee von zeitweise über 250.000 Mann auf (überwiegend indische Sepoys) – größer als die britische Armee in der Heimat. Nach der Diwani von 1765 (dem Recht, in Bengalen, Bihar und Orissa Steuern einzuziehen) finanzierte sie diese Armee und weitere Expansion aus den Einnahmen einer der damals reichsten Regionen der Welt. Das war keine reine Marktdynamik. Es war eine durch staatliche Privilegien ermöglichte und abgesicherte Machtkonzentration.

Ähnliche Muster lassen sich auch in der jüngeren Vergangenheit beobachten. Nach der Finanzkrise 2008 sicherten staatliche Rettungsmaßnahmen und die implizite Too-Big-to-Fail-Garantie den größten Banken einen strukturellen Vorteil: Die größten Institute überlebten Krisen überproportional und gewannen Marktanteile, während kleinere Banken verschwanden oder übernommen wurden. Im Bereich der Elektromobilität halfen umfangreiche staatliche Interventionen dem Unternehmen Tesla, über Jahre eine dominante Position im US-EV-Markt aufzubauen – darunter ein Kredit des US-Energieministeriums über 465 Millionen Dollar, Steuervergünstigungen und vor allem der Verkauf von Regulatory Credits (Emissionszertifikaten): 2020 brachten sie rund 1,6 Milliarden Dollar ein, mehr als der gesamte Jahresgewinn von 721 Millionen. In China haben gezielte Industriepolitik, Subventionen und bevorzugter Zugang zu Kapital und Märkten in Sektoren wie Solar und Elektrofahrzeugen zu globalen Produktionsanteilen von 70 Prozent und mehr geführt.

Auch in Frankreich zeigt sich, dass staatliche Absichten das Leben der Menschen stärker prägen, als es auf den ersten Blick sichtbar ist. Die Egalim-Gesetze sollen Landwirte schützen; die Maßnahme SRP+10 schreibt dem Handel beim Wiederverkauf von Lebensmitteln eine Mindestmarge von 10 Prozent vor. Die Verbraucherorganisation UFC-Que Choisir schätzt die Zusatzkosten für Verbraucher auf 470 Millionen bis eine Milliarde Euro im Jahr – ohne dass die Einkommen der Landwirte messbar gestiegen wären. Der Think-Tank Fondation IFRAP beziffert die administrative Gesamtbelastung der französischen Wirtschaft auf rund 100 Milliarden Euro jährlich; das ist eine umstrittene Schätzung aus wirtschaftsliberaler Richtung. Gut gemeint ist eben nicht automatisch gut gemacht: Wer trägt am Ende die Kosten einer staatlichen Absicht? Wer hat (wann) den Nutzen?

Diese Beispiele unterscheiden sich in Umfang und Kontext deutlich von der East India Company. Zeigen sie jedoch dasselbe Grundmuster? Ermöglichen und verstärken staatliche Privilegien, Garantien oder gezielte Interventionen private Machtkonzentration, statt sie zu begrenzen?

Diese Geschichte ist unbequem für einfache Erzählungen. Sie zeigt, dass der Staat nicht nur Schiedsrichter oder nachträglicher Korrektor war – er war in entscheidenden Fällen der Ermöglicher. Er schuf die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen, unter denen private Organisationen zu quasi-staatlichen oder marktbeherrschenden Akteuren werden konnten. Zugleich wird deutlich: Postkoloniale Schuldnarrative, die alles auf einen einheitlichen Täter zurückführen – „den Westen“ oder „den Kapitalismus“ –, blenden die konkrete Rolle staatlicher Privilegien und die hybride Natur solcher Unternehmen aus.

William Dalrymple beschreibt in The Anarchy eindringlich, wie eine Londoner Handelsgesellschaft zum Herrscher über große Teile Indiens wurde. Es lohnt sich, das Buch zu lesen und sich selbst ein Bild zu machen – jenseits der aktuellen Debatten und der einfachen Erzählungen von Gut und Böse.

Und was weißt du eigentlich über Monopole und die Geschichte der Kolonialzeit? Probier es an den Karten unten aus.

Meinungsbeitrag von Heiko Miertzsch auf Grundlage von William Dalrymples Buch „Anarchie“.

Buchcover: Anarchie von William Dalrymple
Cover: © Verlag C.H.Beck

Der Wissensgraph über die Company

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Pfeffer: von 3 auf 8 SchillingDas Handelsmonopol von 1600Das Startkapital: 125 AnteilseignerWer war die erste Aktiengesellschaft?Karl II.: Aus Handel wird HoheitDas Verbot indischer BaumwolleDie Diwani von 1765Die Armee der CompanyDie Hungersnot von 1769/70Wie viele Menschen starben 1770?1772: Die Company braucht HilfeDas Ende der Monopole 1813 und 18331858 und 1874: Das EndeMarshall: Durand- und Radcliffe-Linie →Marshall: Tordesillas 1494 →Crowley: Indienhandel vor 1498 →Crowley: Das Monopol der Krone →

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Pfeffer: von 3 auf 8 Schilling3 Fragen

Lernkarte

Pfeffer wurde teurer, und London gründete eine Company: von 3 auf 8 Schilling je Pfund

Die Niederländer hatten ein praktisches Monopol auf den Handel mit den Gewürzinseln und hoben den Preis für Pfeffer von 3 auf 8 Schilling je Pfund. Die englische East India Company entstand laut Britannica von 1911, um mit den niederländischen Kaufleuten zu konkurrieren.

Frage 1 von 3

Von welchem auf welchen Preis hoben die Niederländer den Pfefferpreis je Pfund an?

Richtig: Von 3 auf 8 Schilling

Beleg aus der Quelle: „had raised the price of pepper from 3s. to 8s. per ℔“
(eigene Übersetzung: „hatten den Pfefferpreis von 3 auf 8 Schilling je Pfund angehoben“)

Frage 2 von 3

Ein Händler kann ein Gewürz nur bei einem einzigen marktbeherrschenden Anbieter kaufen. Was droht ihm?

Richtig: Der Anbieter kann den Preis anheben, wie beim Pfeffer von 3 auf 8 Schilling

Beleg aus der Quelle: „who had obtained a practical monopoly of the trade with the Spice Islands“
(eigene Übersetzung: „die ein praktisches Monopol auf den Handel mit den Gewürzinseln erlangt hatten“)

Frage 3 von 3

Was war der Anlass, die englische East India Company zu gründen?

Richtig: Der Wettbewerb mit niederländischen Kaufleuten, die den Pfefferhandel beherrschten

Beleg aus der Quelle: „who had obtained a practical monopoly of the trade with the Spice Islands“
(eigene Übersetzung: „die ein praktisches Monopol auf den Handel mit den Gewürzinseln erlangt hatten“)

Quelle: East India Company, in: Encyclopaedia Britannica, 11. Auflage (1911) — Wikisource (gemeinfreier Text von 1911), abgerufen 2026-10-16. Zur Quelle

Das Handelsmonopol von 16003 Fragen

Lernkarte

Das Handelsmonopol der East India Company von 1600

Am 31. Dezember 1600 schuf die englische Königin die East India Company per königlicher Charter, als Joint-Stock-Gesellschaft (Aktiengesellschaft). Die Charter sicherte ihr das alleinige Recht, mit Indien zu handeln: ein Monopol auf den gesamten Handel östlich des Kaps der Guten Hoffnung. Das Alleinrecht beruhte damit auf einem Rechtsakt der Krone.

Frage 1 von 3

Welche Monarchin schuf die East India Company 1600 per Charter?

Richtig: Elisabeth I.

Beleg aus der Quelle: „Awarded by Elizabeth I of England (r.1558-1603), the charter granted the EIC the exclusive right to trade with India“
(eigene Übersetzung: „Von Elisabeth I. von England (Regierungszeit 1558–1603) verliehen, gewährte die Charter der Company das ausschließliche Recht, mit Indien zu handeln.“)

Frage 2 von 3

Ein Londoner Händler will 1601 auf eigene Rechnung im Indienhandel tätig werden. Was gilt?

Richtig: Er darf nicht frei handeln, denn das Alleinrecht liegt bei der Company

Beleg aus der Quelle: „it granted a monopoly on all trade east of the Cape of Good Hope.“
(eigene Übersetzung: „Die Charter gewährte ein Monopol auf den gesamten Handel östlich des Kaps der Guten Hoffnung.“)

Frage 3 von 3

Warum ist die Charter von 1600 ein staatlicher Akt und kein bloßes Händlerprivileg?

Richtig: Die Krone schuf die Gesellschaft per Rechtsakt und verlieh ihr das Alleinrecht selbst

Beleg aus der Quelle: „A royal charter created the English East India Company on 31 December 1600 as a limited joint stock company“
(eigene Übersetzung: „Eine königliche Charter schuf die englische East India Company am 31. Dezember 1600 als Aktiengesellschaft (im Original: limited joint stock company).“)

Quelle: East India Company (Mark Cartwright) — World History Encyclopedia, 27.09.2022, abgerufen 2026-10-16. Zur Quelle

Das Startkapital: 125 Anteilseigner2 Fragen

Lernkarte

Das Startkapital der East India Company: 125 Anteilseigner und 72.000 Pfund

Die ursprüngliche East India Company hatte 125 Anteilseigner und ein Kapital von 72.000 Pfund. Ihr erster Gouverneur war Sir Thomas Smythe. Die Angabe stammt aus der Encyclopaedia Britannica von 1911; andere Darstellungen nennen davon abweichende Summen.

Frage 1 von 2

Welches Kapital und wie viele Anteilseigner nennt die Britannica von 1911 für die erste Company?

Richtig: 125 Anteilseigner, 72.000 Pfund

Beleg aus der Quelle: „There were 125 shareholders in the original East India Company, with a capital of £72,000“
(eigene Übersetzung: „Die ursprüngliche East India Company hatte 125 Anteilseigner und ein Kapital von 72.000 Pfund.“)

Frage 2 von 2

Wer war der erste Gouverneur der East India Company?

Richtig: Sir Thomas Smythe

Beleg aus der Quelle: „the first governor was Sir Thomas Smythe.“
(eigene Übersetzung: „Der erste Gouverneur war Sir Thomas Smythe.“)

Quelle: East India Company, in: Encyclopaedia Britannica, 11. Auflage (1911) — Wikisource (gemeinfreier Text von 1911), abgerufen 2026-10-16. Zur Quelle

Wer war die erste Aktiengesellschaft?3 Fragen

Lernkarte

Wer war die erste Aktiengesellschaft? Die VOC von 1602 war „eine der ersten“

Die niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) wurde am 20. März 1602 gegründet: Die Generalstaaten legten bestehende Gesellschaften zusammen. Sie erhielt ein Handelsmonopol für 21 Jahre. Anteile konnte jeder Bürger der Republik kaufen, und sie wurden auf offenen Sekundärmärkten gehandelt. Wikipedia nennt sie „eine der ersten“ Joint-Stock-Gesellschaften der Welt.

Frage 1 von 3

Wann wurde die niederländische Ostindien-Kompanie VOC gegründet?

Richtig: Am 20. März 1602

Beleg aus der Quelle: „Established on 20 March 1602 by the States General of the Netherlands amalgamating existing companies“
(eigene Übersetzung: „Am 20. März 1602 von den Generalstaaten der Niederlande gegründet, indem bestehende Gesellschaften zusammengelegt wurden“)

Frage 2 von 3

Ein Bürger der Republik will 1603 Teilhaber der VOC werden. Wer durfte Anteile kaufen?

Richtig: Jeder Bürger der Niederländischen Republik

Beleg aus der Quelle: „Shares in the company could be purchased by any citizen of the Dutch Republic.“
(eigene Übersetzung: „Anteile an der Gesellschaft konnte jeder Bürger der Niederländischen Republik kaufen.“)

Frage 3 von 3

Warum gilt die VOC nur als „eine der ersten“ und nicht als „die erste“ Joint-Stock-Gesellschaft?

Richtig: Weil die englische Company schon 1600 als Joint-Stock-Gesellschaft geschaffen wurde

Beleg aus der Quelle: „one of the first joint-stock companies in the world“
(eigene Übersetzung: „eine der ersten Joint-Stock-Gesellschaften der Welt“)

Quelle: Dutch East India Company — Wikipedia (mit Fachliteratur belegt), abgerufen 2026-10-16. Zur Quelle

Karl II.: Aus Handel wird Hoheit3 Fragen

Lernkarte

Unter Karl II. erhält die East India Company staatliche Befugnisse

Unter König Karl II. erhielt die East India Company fünf wichtige Charters. Aus einer einfachen Handelsgesellschaft wurde eine große Gesellschaft mit weitreichenden Rechten: Gebiete erwerben, Münzen prägen, Festungen und Truppen befehligen, Bündnisse schließen, Krieg und Frieden machen sowie Zivil- und Strafgerichtsbarkeit ausüben.

Frage 1 von 3

Wie viele wichtige Charters gewährte Karl II. der East India Company?

Richtig: Fünf

Beleg aus der Quelle: „who granted it five important charters“
(eigene Übersetzung: „der ihr fünf wichtige Charters gewährte“)

Frage 2 von 3

Die Company schließt Bündnisse mit indischen Fürsten. Auf welcher Grundlage darf sie das?

Richtig: Auf der Grundlage der Rechte aus den Charters Karls II.

Beleg aus der Quelle: „with the right to acquire territory, coin money, command fortresses and troops, form alliances,“
(eigene Übersetzung: „mit dem Recht, Gebiete zu erwerben, Münzen zu prägen, Festungen und Truppen zu befehligen, Bündnisse zu schließen,“)

Frage 3 von 3

Was unterscheidet die Rechte aus Karls Charters von denen einer gewöhnlichen Handelsfirma?

Richtig: Sie betreffen Gebiet, Geld, Militär und Gericht, nicht nur den Handel

Beleg aus der Quelle: „From a simple trading company, it grew under his reign into a great chartered company“
(eigene Übersetzung: „Aus einer einfachen Handelsgesellschaft wurde unter seiner Herrschaft eine große privilegierte Gesellschaft.“)

Quelle: East India Company, in: Encyclopaedia Britannica, 11. Auflage (1911) — Wikisource (gemeinfreier Text von 1911), abgerufen 2026-10-16. Zur Quelle

Das Verbot indischer Baumwolle3 Fragen

Lernkarte

Das Verbot indischer Baumwolle: Protektionismus vor der Industriellen Revolution

1700 ordnete das englische Parlament an, bedruckte Baumwollstoffe (Kattun, englisch Calico) in Lagerhäusern einzusperren. 1721 folgte ein Verbot, die meisten Baumwollstoffe zu verkaufen, eingeführte wie heimische. Der Titel des Gesetzes nannte den Schutz der Woll- und Seidenhersteller des Königreichs. Wikipedia nennt die Gesetze eine Form des wirtschaftlichen Protektionismus und einen Vorläufer der Industriellen Revolution.

Frage 1 von 3

Welche Stoffe traf das Calico-Gesetz von 1700?

Richtig: Bedruckte Baumwollstoffe (Kattun)

Beleg aus der Quelle: „and also all printed calicoes, and all painted, dyed or stained there, shall be locked up in warehouses“
(eigene Übersetzung: „und auch alle bedruckten Kattune sowie alle dort bemalten, gefärbten oder bedruckten sollen in Lagerhäusern eingesperrt werden“)

Frage 2 von 3

Ein Land verbietet ausländische Stoffe zum Schutz eigener Hersteller. Wie lässt sich das einordnen?

Richtig: Eine Form des wirtschaftlichen Protektionismus

Beleg aus der Quelle: „It was a form of economic protectionism“
(eigene Übersetzung: „Es war eine Form des wirtschaftlichen Protektionismus.“)

Frage 3 von 3

Was folgte auf die Aufhebung der Calico Acts im Jahr 1774?

Richtig: Eine Investitionswelle in mechanische Baumwollspinnerei

Beleg aus der Quelle: „a wave of investment in mill based cotton spinning and production“
(eigene Übersetzung: „eine Investitionswelle in Mühlen-basierte Baumwollspinnerei und -produktion“)

Quelle: Calico Acts — Wikipedia (mit Fachliteratur belegt), abgerufen 2026-10-16. Zur Quelle

Die Diwani von 17653 Fragen

Lernkarte

Die Diwani von 1765: Die Company zieht in Bengalen, Bihar und Orissa die Landsteuer ein

Nach der Schlacht von Buxar (1764/65) übertrug der Mogulkaiser Shah Alam II. der East India Company die Diwani: das Recht, die Landsteuer in Bengalen, Bihar und Orissa einzuziehen. Die Zeitleiste der World History Encyclopedia nennt den 12. August 1765. Die World History Encyclopedia nennt das einen großen Schritt: Er sicherte der Company reichlich Mittel, um Händler, Stützpunkte, Armeen und Schiffe auszubauen und zu schützen.

Frage 1 von 3

Was durfte die East India Company seit 1765 in Bengalen, Bihar und Orissa tun?

Richtig: Abgaben auf Grund und Boden einsammeln

Beleg aus der Quelle: „awarded the EIC the right to collect land revenue (dewani) in Bengal, Bihar, and Orissa.“
(eigene Übersetzung: „[Shah Alam II.] sprach der Company das Recht zu, in Bengalen, Bihar und Orissa die Landsteuer (Diwani) einzuziehen.“)

Frage 2 von 3

Ein Bauer in Bihar zahlt 1766 seine Abgabe auf das Land. An wen geht sie nun?

Richtig: An die East India Company

Beleg aus der Quelle: „awarded the EIC the right to collect land revenue (dewani) in Bengal, Bihar, and Orissa.“
(eigene Übersetzung: „[Shah Alam II.] sprach der Company das Recht zu, in Bengalen, Bihar und Orissa die Landsteuer (Diwani) einzuziehen.“)

Frage 3 von 3

Welche Folge hatte die Diwani von 1765 für die Mittel der East India Company?

Richtig: Sie sicherte ihr reichlich Mittel für den Ausbau von Handel, Armeen und Schiffen

Beleg aus der Quelle: „This was a major step and ensured the company had vast resources to expand and protect its traders, bases, armies, and ships.“
(eigene Übersetzung: „Das war ein großer Schritt und sicherte der Company reichlich Mittel, um Händler, Stützpunkte, Armeen und Schiffe auszubauen und zu schützen.“)

Quelle: East India Company (Mark Cartwright) — World History Encyclopedia, 27.09.2022, abgerufen 2026-10-16. Zur Quelle

Die Armee der Company2 Fragen

Lernkarte

Die Armee der East India Company: Anfang des 19. Jahrhunderts 250.000 Mann

Jede der drei Präsidentschaften der East India Company, Bengalen, Bombay und Madras, unterhielt eine eigene Armee. Anfang des 19. Jahrhunderts zählte die Company-Armee 250.000 Mann, mehr als die vieler Staaten. Die große Mehrheit der Soldaten stammte aus Indien. Bei Buxar (1764) besiegten rund 7.000 Company-Soldaten fast 40.000 Gegner.

Frage 1 von 2

Wie stark war die Armee der East India Company Anfang des 19. Jahrhunderts?

Richtig: Etwa 250.000 Mann

Beleg aus der Quelle: „By the early 19th century, the Company's army was 250,000-strong, larger than that of many nations.“
(eigene Übersetzung: „Anfang des 19. Jahrhunderts war die Armee der Company 250.000 Mann stark, größer als die vieler Staaten.“)

Frage 2 von 2

Ein Historiker prüft, woher die Soldaten der East India Company stammten. Was findet er überwiegend?

Richtig: Soldaten aus Indien

Beleg aus der Quelle: „But the vast majority of Company soldiers were Indian.“
(eigene Übersetzung: „Aber die große Mehrheit der Soldaten der Company war indisch.“)

Quelle: Armies of the East India Company — National Army Museum, London, abgerufen 2026-10-16. Zur Quelle

Die Hungersnot von 1769/703 Fragen

Lernkarte

Die Hungersnot in Bengalen 1769/70: Schätzungen von bis zu 10 Millionen Toten

1769/70 traf Bengalen erst eine Dürre, dann Überschwemmungen. Nach verbreiteter Schätzung starb ein Drittel der Bevölkerung, rund 10 Millionen Menschen. Die Steuerforderung wurde trotz sinkender Einkommen starr durchgesetzt; dazu kam ungebremste Profitmacherei auf den Getreidemärkten.

Frage 1 von 3

Welcher Bevölkerungsanteil Bengalens starb 1769/70 nach verbreiteter Schätzung?

Richtig: Etwa ein Drittel

Beleg aus der Quelle: „It is thought that one third of Bengal's population, or a staggering 10 million people, perished.“
(eigene Übersetzung: „Man nimmt an, dass ein Drittel der Bevölkerung Bengalens, erschütternde 10 Millionen Menschen, starb.“)

Frage 2 von 3

Was verschärfte 1769/70 die Not auf den Getreidemärkten Bengalens?

Richtig: Ungebremste Profitmacherei mit Getreide

Beleg aus der Quelle: „unchecked profiteering in the food-grain markets“
(eigene Übersetzung: „ungebremste Profitmacherei auf den Getreidemärkten“)

Frage 3 von 3

Warum traf die Steuerforderung 1769/70 die Bevölkerung Bengalens besonders hart?

Richtig: Sie blieb starr, obwohl Dürre und Flut die Einkommen schrumpfen ließen

Beleg aus der Quelle: „It was applied rigidly despite a depletion of people's incomes as a result of drought and then floods in 1769–70.“
(eigene Übersetzung: „Sie wurde starr durchgesetzt, obwohl die Einkommen der Menschen durch Dürre und dann Überschwemmungen 1769–70 geschrumpft waren.“)

Quelle: The British impact, in: A History of Bangladesh (Willem van Schendel) — Cambridge University Press, 2009 (online 2015); nur Kapitelzusammenfassung gelesen, abgerufen 2026-10-16. Zur Quelle

Wie viele Menschen starben 1770?3 Fragen

Lernkarte

Wie viele Menschen starben 1770? Die Schätzungen zur Hungersnot reichen von 1,2 bis 10 Millionen

Die Zahl der Toten der Hungersnot von 1770 ist umstritten. Genannt werden sieben bis zehn Millionen, aber einige Forscher halten diese Zahlen für übertrieben, weil verlässliche Bevölkerungsdaten fehlten. Eine überarbeitete Schätzung kommt auf 1,2 Millionen Tote (etwa 4–5 % der Bevölkerung). Viele Bauern seien nicht gestorben, sondern in besser gestellte Gebiete abgewandert.

Frage 1 von 3

Warum halten manche Forscher die Opferzahlen zur Hungersnot in Bengalen 1770 für übertrieben?

Richtig: Weil 1770 verlässliche Daten über die Bevölkerung fehlten

Beleg aus der Quelle: „reliable demographic information had been lacking in 1770.“
(eigene Übersetzung: „verlässliche Bevölkerungsdaten fehlten 1770.“)

Frage 2 von 3

Auf wie viele Tote kommt die überarbeitete Schätzung zur Hungersnot in Bengalen 1770?

Richtig: 1,2 Millionen Tote

Beleg aus der Quelle: „a revised toll of 1.2 million dead (~ 4-5% of the population) was put forward.“
(eigene Übersetzung: „eine überarbeitete Schätzung von 1,2 Millionen Toten (etwa 4–5 % der Bevölkerung) wurde vorgelegt.“)

Frage 3 von 3

Warum können Bevölkerungsrückgänge die Zahl der Toten einer Hungersnot überschätzen lassen?

Richtig: Weil viele Menschen abwanderten statt zu sterben

Beleg aus der Quelle: „many cultivators were mobile settlers who simply migrated to better-off territories.“
(eigene Übersetzung: „viele Bauern waren bewegliche Siedler, die einfach in besser gestellte Gebiete abwanderten.“)

Quelle: Great Bengal famine of 1770 — Wikipedia (mit Fachliteratur belegt), abgerufen 2026-10-16. Zur Quelle

1772: Die Company braucht Hilfe2 Fragen

Lernkarte

1772: Die Company hat zu viel Tee und zu wenig Geld, und das Parlament hilft

1772 lagerte die East India Company achtzehn Millionen Pfund Gewicht Tee (rund 8.000 Tonnen) in britischen Lagerhäusern. Im September nahm sie bei der Bank von England einen Kredit auf, der aus dem Verkauf von Waren zurückgezahlt werden sollte. Am 29. Oktober verweigerte die Bank die Verlängerung. Im Mai 1773 ließ das Parlament die Company den Zwischenhändler ausschalten und erstattete ihr bezahlte Zölle.

Frage 1 von 2

Was verweigerte die Bank von England der East India Company am 29. Oktober 1772?

Richtig: Die Verlängerung eines Kredits

Beleg aus der Quelle: „On October 29 the bank refused to renew the loan.“
(eigene Übersetzung: „Am 29. Oktober weigerte sich die Bank, den Kredit zu verlängern.“)

Frage 2 von 2

Eine Firma sitzt auf vollen Lagern und hat Kreditprobleme. Wie half das Parlament 1773?

Richtig: Sie durfte den Zwischenhändler ausschalten und selbst verkaufen

Beleg aus der Quelle: „After prolonged wrangling, in May 1773 Parliament let the company eliminate the middleman.“
(eigene Übersetzung: „Nach langem Tauziehen erlaubte das Parlament der Company im Mai 1773, den Zwischenhändler auszuschalten.“)

Quelle: 1772: Two Hundred and Twenty-five Years Ago (Frederic D. O'Brien) — American Heritage, Oktober 1997, abgerufen 2026-10-16. Zur Quelle

Das Ende der Monopole 1813 und 18332 Fragen

Lernkarte

Das Indien-Monopol fällt 1813, das China-Monopol 1833: Die Company wird Verwaltung

1813 schaffte ein Gesetz unter Lord Liverpool das Monopol der East India Company im Indienhandel ab, ließ ihr aber das Monopol im wertvollen Chinahandel. 1833 verlor sie unter Earl Greys Gesetz auch dieses. Danach war die Company laut Britannica kein Handelsunternehmen mehr und übte nur noch Verwaltungsaufgaben aus.

Frage 1 von 2

Welches Monopol blieb der East India Company nach dem Gesetz von 1813 erhalten?

Richtig: Das Monopol im Chinahandel

Beleg aus der Quelle: „abolished its monopoly of Indian trade, whilst leaving it the monopoly of the valuable trade with China“
(eigene Übersetzung: „schaffte ihr Monopol im Indienhandel ab und ließ ihr das Monopol im wertvollen Handel mit China“)

Frage 2 von 2

Was war die East India Company nach dem Gesetz von 1833 nur noch?

Richtig: Eine Verwaltung ohne Handelsgeschäft

Beleg aus der Quelle: „Henceforward the East India Company ceased to be a trading concern and exercised only administrative functions.“
(eigene Übersetzung: „Von da an war die East India Company kein Handelsunternehmen mehr und übte nur noch Verwaltungsaufgaben aus.“)

Quelle: East India Company, in: Encyclopaedia Britannica, 11. Auflage (1911) — Wikisource (gemeinfreier Text von 1911), abgerufen 2026-10-16. Zur Quelle

1858 und 1874: Das Ende2 Fragen

Lernkarte

Das Ende: Die Krone übernimmt 1858 die direkte Herrschaft, 1874 wird die Company aufgelöst

Der Government of India Act von 1858 führte dazu, dass die britische Krone die direkte Herrschaft übernahm. Die East India Company selbst wurde 1874 durch den East India Stock Dividend Redemption Act aufgelöst.

Frage 1 von 2

In welchem Jahr übernahm die britische Krone die direkte Herrschaft von der East India Company?

Richtig: 1858

Beleg aus der Quelle: „the Government of India Act 1858 led to the British Crown assuming direct control“
(eigene Übersetzung: „der Government of India Act von 1858 führte dazu, dass die britische Krone die direkte Kontrolle übernahm“)

Frage 2 von 2

Wann wurde die East India Company selbst aufgelöst?

Richtig: 1874

Beleg aus der Quelle: „The company was dissolved in 1874 under the terms of the East India Stock Dividend Redemption Act“
(eigene Übersetzung: „Die Company wurde 1874 nach den Bestimmungen des East India Stock Dividend Redemption Act aufgelöst.“)

Quelle: East India Company — Wikipedia (mit Fachliteratur belegt), abgerufen 2026-10-16. Zur Quelle

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