Am 21. August 1415 eroberten portugiesische Truppen die Stadt Ceuta in Nordafrika. Nach Wikipedia beginnt damit das portugiesische Reich.
Die Geschichte beginnt nicht in Indien, sondern in Nordafrika. König Johann I. ließ 1415 Ceuta erobern, seine Söhne waren dabei, unter ihnen Heinrich. Für die Prinzen lockten Reichtum und Ruhm, und mit Ceuta konnte Portugal Kastilien, seinen gefährlichsten Rivalen, in die Flanke fallen.
Heinrich ist als „der Seefahrer“ bekannt. Gesehen wird in ihm vor allem ein Förderer: Er unterstützte Fahrten, meist mit ein oder zwei Schiffen, die der Küste folgten. Die Seefahrerschule in Sagres, die man ihm zuschreibt, halten moderne Historiker für einen Irrtum. Den Mythos gibt es erst seit dem 18. Jahrhundert.
Der Schritt in den Atlantik folgte bald. Madeira wurde 1419 erreicht, die Azoren 1427. Heinrich ließ Porto Santo besiedeln, 1420 zogen Siedler nach Madeira. Das Jahr für die Azoren ist nach Wikipedia unsicher.
Das eigentliche Ziel war Indien und sein Gewürzhandel. 1488 umrundete Bartolomeu Dias die Südspitze Afrikas. Im Mai 1498 erreichte Vasco da Gama Calicut im Südwesten Indiens. Die Seeweg-Karte im Buch Lissabon 1941 zeigt diese Fahrt.
1505 ernannte König Manuel I. Francisco de Almeida zum ersten Vizekönig des portugiesischen Indiens. Afonso de Albuquerque führte die Truppen in zahlreichen Schlachten, darunter die Eroberung von Goa 1510 und die Einnahme von Malakka 1511. Dort war der Sultan vor dem zweiten Angriff aus der Stadt geflohen.
Unsere Einordnung: Das Reich begann nicht mit einem großen Plan, sondern mit einer Eroberung in Afrika und einer Reihe von Fahrten, die Jahr für Jahr weiter reichten. Ob es von Anfang an ein Plan für die Welt war, lässt sich mit diesen Karten nicht entscheiden.
Wer die Karten durchspielt, sieht die Stationen: Ceuta, die Atlantikinseln, Kongo, das Kap, Indien, Goa und Malakka.
Meinungsbeitrag von Heiko Miertzsch. Grundlage sind die Wikipedia-Artikel, die jede Karte nennt.